Mehrere Flugzeuge des Typs Airbus A380 sämtlicher Airlines sind auf sehr großen Feldern geparkt - bildlich dafür, dass eine Nutzung für die Airlines nicht mehr interessant ist

Die Probleme des Airbus A380

Wie konnte es dazu kommen, dass das Prestigeobjekt der europäischen Luftfahrt von Airbus nicht weiter produziert wird und die Flugzeuge im wesentlichen am Boden bleiben?

Betrieb des Airbus A380 unwirtschaftlich

Eine Weiterbeschäftigung des Airbus A380 rechnet sich für die Airlines nicht. Der Betrieb eines solchen Großraumflugzeugs ist nur bei einer sehr hohen Auslastung wirtschaftlich. Zudem kommen für einen rentablen Einsatz nur solche Routen in Frage, auf denen regelmäßig mehr als 500 Sitze gefüllt werden können. Zu dieser Erkenntnis gelangten Luftfahrtexperten bereits Jahre vor dem dramatischen Einbruch der Fluggastzahlen durch die Corona-Pandemie.

Konkurrenz durch effizientere Flugzeuge

Rechenbeispiele von Fluggesellschaften haben gezeigt, dass z.B. eine Boeing 777-300ER auf einem 14-Stunden-Langstreckenflug bis zu 20 Prozent weniger Kosten verursacht als der Airbus A380. Das Boeing-Modell ist zudem kleiner und verfügt über rund 360 Sitze. Diese Größenordnung wird von den meisten Airlines auch auf langen Strecken als ausreichend angesehen. Mit dem Airbus A350 (Kapazität: 330 bis 370 Sitze) und der Boeing 777X (360 bis 410 Sitze) kommen zudem moderne Flugzeuge auf den Markt. Beide Modelle sind sparsamer und effizienter. Sie verursachen so geringere Betriebskosten für die Airlines.

Die Airlines stehen damit vor der Situation, dass sie auf der einen Seite die erforderlichen Fluggastzahlen für eine Auslastung des Airbus A380 nicht erreichen. Auf der anderen Seite locken hingegen Konkurrenzangebote für effizientere Flugzeugmodelle mit niedrigeren Betriebskosten und weniger Restriktionen wegen der Flugzeuggröße auf einigen Flughäfen. Es liegt daher auf der Hand, dass sich die Airlines vom Airbus A380 abwenden.

Airbus hat diesen Trend schon seit längerem beobachten müssen und sah sich gezwungen, die Produktion des A380 komplett einzustellen. Die großen Airlines wie Lufthansa und Air France gehen noch einen Schritt weiter und haben mittlerweile beschlossen, rund 200 der Airbus A380 am Boden zu lassen. Sie gehen davon aus, dass wohl mehr als hundert dieser Maschinen den Betrieb dauerhaft einstellen müssen. Die Maschinen sind auf riesigen Flugfeldern in Spanien oder Amerika zwischengeparkt und warten auf ihr Schicksal.

Auswirkungen für die Anleger

Dieses Schicksal wird sich auch auf die Anleger der Flugzeugfonds auswirken. In dem aktuell schwierigen Marktumfeld wird es den Fondsmanagern der betroffenen Fonds nicht gelingen, für die zurückgegebenen A380-Maschinen eine lukrative Weiterbeschäftigung zu finden. Die Fondsgesellschaften müssen die Maschinen daher entweder verkaufen oder in ihre Einzelteile zerlegen (sog. Part-Out). Allerdings stößt der Markt hier an seine Grenzen. Für die weitgehend stillgelegte A380-Flotte fehlen zum einen Kaufinteressenten. Zum anderen werden die Ersatzteile in dieser Masse für die nur noch wenigen im Einsatz befindlichen Airbus A380 nicht benötigt. Die Preise für die Ersatzteile fallen daher erheblich. Beide Wege sind künftig nicht mehr profitabel.  Die Performance der Fonds wird deshalb weiter sinken.




Bildnachweis: Santi Rodríguez - stock.adobe.com

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