Kann ich Ansprüche gegen meine Bank, meinen Berater oder Vermittler geltend machen?

Ja, wenn die Empfehlung zum Erwerb des Flugzeugfonds für den Anleger weder anleger- noch objektgerecht gewesen ist.

Die Empfehlung muss sich vor allem an der Risikobereitschaft des Anlegers orientieren. Für einen sicherheitsorientierten Anleger war die Empfehlung zum Erwerb eines Flugzeugfonds nicht anlegergerecht. Als unternehmerische Beteiligung ist die Anlage in einen geschlossenen Flugzeugfonds mit einem Totalverlustrisiko behaftet.

Oftmals wurden Flugzeugfonds nach unseren Erfahrungen jedoch als eine vermeintlich sichere Anlageform präsentiert. Begründet wurde dies häufig mit den langlaufenden Leasingverträge mit den Airlines und den daraus resultierenden sicheren Leasingeinnahmen. Diese Einnahmesicherheit bestand allerdings nur für die erste Leasingperiode, die tatsächlich aber nur einen Teil der Gesamtlaufzeit des Fonds abdeckte. Zu keiner Zeit konnte sicher gesagt werden, dass die Airlines nach Auslaufen der ersten Leasingperiode an einer Fortführung des Vertrages interessiert sind. Insbesondere fehlten im Hinblick auf die Auslastung und den wirtschaftlichen Betrieb eines solchen Großraumflugzeugs jegliche Erfahrungswerte. Bei der Darstellung der Nachnutzungsmöglichkeiten im Gespräch mit dem Anleger war daher äußerste Vorsicht geboten. Insofern hätte deutlich gemacht werden müssen, dass gerade für den prognostizierten wirtschaftlichen Verlauf der Beteiligung belastbare Erfahrungen in jede Richtung fehlten. Von einer sicheren oder gar „altersvorsorgetauglich“ und risikolosen Anlage konnte daher keine Rede sein.

Ebenso ist eine Beratung als fehlerhaft anzusehen, bei der ein Anleger nicht über das Provisionsinteresses der Banken und Vermittler aufgeklärt worden ist. Auch die Gefahr der Rückforderung von Ausschüttungen im Falle einer Insolvenz und das Risiko der nur eingeschränkten Handelbarkeit der Flugzeugfondsanteile auf dem Zweitmarkt hätten dem Anleger in der Beratung dargestellt werden müssen. stellen relevante Beratungsfehler dar, die zum Schadenersatz verpflichten können.

Ob in Ihrem Fall derartige Beratungsfehler feststellbar sind, die eine Haftung des Beraters oder Vermittlers begründen können, bedarf einer individuellen Prüfung. Diese übernehmen wir gern für Sie.

Besteht ein solcher Schadensersatzanspruch, ist dieser auf eine wirtschaftliche Rückabwicklung der Beteiligung gerichtet. Der Anleger bekommt das in den Fonds investierte Kapital nebst Agio erstattet und überträgt im Gegenzug seine Fondsanteile auf die Bank bzw. den Anlageberater. Gelingt der Nachweis, dass der Anleger das Geld ansonsten anderweitig Ertrag bringend angelegt hätte, hat er zudem einen Anspruch auf Ersatz des ihm entgangenen Gewinns.

 




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