Wann wird mich als Anleger die A380-Krise erreichen?

Die A380-Krise erreicht den Anleger spätestens dann, wenn der dem jeweiligen Fonds zugrundeliegenden Leasingvertrag ausläuft.

Der erste Leasingvertrag eines A380 lief bereits 2017 aus. Singapore Airlines entschied sich gegen eine Verlängerung der Vertragslaufzeit und gab das Flugzeug an die Fondsgesellschaft zurück. Die gleiche Entscheidung fiel 2018 für vier weitere von Singapore Airlines geleaste und im Eigentum deutscher Fondsgesellschaften befindliche A380.

Auch für Air France steht fest, dass die Laufzeiten der fünf geleasten A380 nicht verlängert werden. Diese Flugzeuge werden in den Jahren 2020 bis 2024 an die Fonds zurückgehen.

Entscheidet sich auch Emirates gegen die Verlängerung, kämen in den Jahren 2020 bis 2022 weitere A380 von den Airlines an die Fonds zurück.

In den kommenden sechs Jahren laufen Leasingverträge für insgesamt 16 Airbus A380 aus, die von deutschen Anlegern finanziert worden sind. Da viele große Airlines wie Lufthansa, Singapore Airlines, Air France und Emirates allesamt das Interesse an einer Weiterbeschäftigung des Großraumflugzeugs verloren haben, brechen den Fonds in den kommenden Jahren die Einnahmen weg.

Düster ist damit auch die Prognose für die Anleger. Die meisten Geschäftsmodelle der Flugzeugfonds basieren darauf, dass der A380 nach Ablauf des ersten Leasingvertrags noch viele Jahre weiter geflogen wird. Erst dann sehen die Prognosen der Fonds schwarze Zahlen für das Investment vor. Fehlt dem Fonds jedoch bereits nach Auslaufen der ersten Leasingperiode jegliche Perspektive für eine wirtschaftlich sinnvolle Nachnutzung oder jede lukrative Veräußerungs- bzw. Ausschlachtungsmöglichkeit, geht die Rechnung für den Anleger nicht mehr auf. Ihm bricht dann nicht nur die versprochene Rendite weg, sondern er muss um die Rückzahlung seines investierten Kapitals bangen. Der Kapitalverlust ist dann nicht mehr ausgeschlossen. Anleger müssen sich daher darauf einstellen, dass ihr Investment in diesen Flugzeugtypen notleidend wird. Folglich ist davon auszugehen, dass derzeit 1,6 Mrd. Euro Anlegerkapital massiv gefährdet ist.

 




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